Am Dienstag, 12. Mai 2026, fand im Schloss Reichenau an der Rax das 6. PRAEVENIRE Gipfelgespräch im Rahmen der Initiative „Kinder- und Jugendgesundheit 2030“ statt. Das PRAEVENIRE Gesundheitsforum und der Förderverein Kinder- und Jugendlichenrehabilitation in Österreich luden Expertinnen und Experten aus Medizin, Wissenschaft, Sozialversicherung, Politik und Praxis ein, um zentrale Fragen der Kinder- und Jugendgesundheit zu diskutieren. Bundesministerin Korinna Schumann betonte in einer Videobotschaft, dass Kinder- und Jugendgesundheit nicht erst im Spital beginne, sondern im Alltag, in Familien, Schulen, früher Unterstützung und guter Versorgung. Gesundheit müsse umfassend gedacht werden – von psychischer Gesundheit über Ernährung, Bewegung und Herz-Kreislauf-Gesundheit bis hin zur Rehabilitation.

Im Mittelpunkt standen vier Versorgungsthemen: die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, die Lungengesundheit, Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie aktuelle Entwicklungen in der Kinder- und Jugendlichenrehabilitation. Markus Wieser, Obmann des Fördervereins Kinder- und Jugendlichenrehabilitation in Österreich, betonte in seiner Eröffnung die Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche bereits heute in den Mittelpunkt gesundheitspolitischer Entscheidungen zu stellen. Auch LAbg. Hermann Hauer unterstrich in seinen Grußworten den hohen Wert des interdisziplinären Austauschs als Grundlage für praxisnahe und wirksame Lösungen.

Die gesundheitspolitische Podiumsdiskussion widmete sich der Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Perspektiven. Am Podium diskutierten Ulrike Königsberger-Ludwig, Staatssekretärin für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Dr. Alexander Biach, Generaldirektor der Sozialversicherung der Selbständigen, Andreas Huss, MBA, Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse, sowie Markus Wieser. Im Fokus standen unter anderem frühe Hilfen, psychosoziale Unterstützungsangebote, Gesundheitskompetenz, Jugendgesundheitschecks und Präventionsmaßnahmen.

Die Fachvorträge vertieften die zentralen Themen des Tages. Prim. Dr. Georg Psota sprach über psychische Gesundheit und die Bedeutung von Bindung, Resilienz und frühzeitiger Unterstützung. Prim. Univ.-Prof. Dr. Angela Zacharasiewicz, MBA, beleuchtete die Lungengesundheit von Kindern und Jugendlichen und zeigte auf, welche Rolle frühe Einflussfaktoren, Umweltbelastungen und Prävention spielen. Prim. Priv.-Doz. Dr. Marie-Kathrin Breyer, PhD, präsentierte Daten der österreichischen LEAD-Studie und verwies auf den Wert evidenzbasierter Gesundheitsforschung. Univ.-Prof. Dr. Kurt Widhalm ordnete Adipositas als ernstzunehmende Erkrankung ein und betonte die Bedeutung differenzierter Diagnostik und Prävention. Prim. Dr. Monika Scarpatetti gab einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Kinder- und Jugendlichenrehabilitation und die wachsende Bedeutung eines bio-psycho-sozialen Rehabilitationsverständnisses.

Nach den Vorträgen wurden die Themen in Arbeitsgruppen weiterbearbeitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten Herausforderungen aus der Praxis und erarbeiteten konkrete Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich. Die Ergebnisse sollen in die weitere Arbeit der Initiative „Kinder- und Jugendgesundheit 2030“ sowie in das kommende PRAEVENIRE Jahrbuch einfließen.

Das Gipfelgespräch zeigte, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen von Politik, Sozialversicherung, Medizin, Wissenschaft und Praxis ist. Prävention, spezialisierte Versorgung, Gesundheitskompetenz und Rehabilitation müssen zusammengedacht werden, damit Kinder und Jugendliche in Österreich gesund aufwachsen können.

© photonews.at/Georges Schneider

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